Kannibalen & Franquisten

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 08/07 vom 21.02.2007

FILM In "Pans Labyrinth" kombiniert Guillermo del Toro Kindheitsängste, Körperhorror und Antifaschismus zu einem virtuosen Schauermärchen.

Es war einmal ein Mädchen namens Ofelia, das hatte schon lange keinen Vater mehr. Ofelias Mutter heiratete einen Offizier, aber der hatte ein kaltes Herz. Als sie beide eines Tages zu ihm fuhren, sah das Mädchen im Wald ein steinernes Gesicht, dem ein Auge fehlte. Sie fand es am Boden, hob es auf und setzte es ein. Da flog aus dem Mund eine große Libelle ..."

So könnte es in einer Sammlung spanischer Volksmärchen stehen, als Kondensat jahrhundertelangen Fabulierens. Doch weil "Pans Labyrinth" ein Film ist, und zwar einer des mexikanischen Schauerpoeten Guillermo del Toro ("Hellboy"), ist der simple, naive Erzählton das Resultat schwelgerischer Kamerafahrten, sattester Farbwerte und liebevoll detaillierter Fantasiefiguren und Ekeleffekte. "Pans Labyrinth" ist, mehr noch als jede von del Toros bisherigen Arbeiten, ein barocker Bilderbuchfilm. Und


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