Stadtrand

Asche aufs Haupt

Stadtleben | aus FALTER 08/07 vom 21.02.2007

Wir sind ja hier hinten nicht so wahnsinnig fromm und wir laufen am Aschermittwoch auch nicht mit einem Aschekreuz auf der Stirn durch die Gegend, das wir uns im nächstgelegenen Gotteshaus abgeholt haben. Zumindest können Sie unser Aschekreuz nicht erkennen. Aber irgendwie sind wir trotzdem froh, wenn der Aschermittwoch endlich da ist. Nein, nicht weil sich dann die Feinkosttheken unter Heringssalaten biegen (wir mögen keinen Hering). Wir sind einfach nur glücklich, wenn die ganze aufgesetzte Fröhlichkeit vorbei ist (und dass wir nicht in Villach oder Köln leben müssen). Wir finden es klasse, wenn die Damen beim Bäcker ihre faschingsdienstägliche Dienstkleidung abgelegt haben (wer kauft sein Brot schon gern bei einer Art Krusty, the Clown?). Wenn aus dem Beisl ums Eck nicht mehr kostümierte Betrunkene gröhlen (sondern nur noch Betrunkene in Zivil). Und wenn wir nicht mehr ständig über Luftschlangen stolpern (wir haben nämlich Angst vor Schlangen). Drum streuen wir uns am Aschermittwoch zumindest virtuelle Asche aufs Haupt - und sind happy, dass wir's wieder mal überstanden haben. C. W.


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