Geteiltes Europa


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 09/07 vom 28.02.2007

AUSLAND Ein neuer Kalter Krieg ist nicht in Sicht. Aber die US-Politik gegenüber Russland belebt die "Teilung" Europas wieder.

Es ist kaum zu übersehen: Für die Generäle ist der Streit über amerikanische Raketenabwehrstellungen in Osteuropa ein Geschenk des Himmels. Endlich haben die Militärs in Washington ein anderes Thema als den leidigen Irak. Szenarien von weltweiter Radarüberwachung, zielgenauen Raketen und unzerstörbaren Silos könnten, so hofft das Pentagon, die verfallende Infrastruktur des "Walter Reed Hospitals" für verletzte Veteranen oder die Lücken beim Schutz vor ferngelenkten Bomben in Bagdad aus den Schlagzeilen verdrängen. Ähnlich ist die Logik für die russischen Kollegen: nicht mehr von Quälerein und Selbstmorden von Rekruten in den zerfallenden Kasernen ist die Rede. Die internationalen Kommentare widmen sich der Prahlerei des Chefs der Strategischen Raketeneinheiten über die angebliche Zielgenauigkeit, mit der russische Waffen amerikanische Raketensilos

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