Standpunkt

Ösis zuerst!

Politik | aus FALTER 09/07 vom 28.02.2007

Wer keine Hackn hat, soll sich nicht so anstellen, befindet der Kanzler. Nein, er kann einfach auf dringend gesuchte Jobs wie Schweißer, Dreher oder Fräser umlernen und halt, wenn nötig, von Wien nach Vorarlberg pendeln - als ob nicht schon viele Facharbeiter, die etwa daheim im Burgenland keine Beschäftigung finden, von alleine auf die Idee gekommen wären, dass sie "flexibler" sein müssen. Doch dafür würde ihnen Alfred Gusenbauer jetzt sogar eine Prämie zahlen. All diese kreativen Vorschläge nur, um keine achthundert osteuropäischen Fachkräfte ins Land holen zu müssen, wie es die ÖVP fordert. Auch das AMS spricht von einem "ganz klaren Fachkräftemangel" bei Schweißern, Drehern und Fräsern. Die SPÖ verweist allerdings auf 350.000 arbeitslose Einheimische, die Beschäftigung brauchen, bevor man die Ausländer herein lasse - Ösis zuerst!, das kommt immer gut. Blöd, dass sich die Ausbildungen für die freien Jobs bis zum Frühjahr, wenn der Hut brennt, eh nicht mehr ausgehen können. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein bastelt jedenfalls an seiner Verordnung für die ausländischen Facharbeiter und macht auf pragmatisch. Aber die Schwarzen haben den Fremden vor allem dann gern, wenn er einspringt, brav hackelt und sich möglichst wieder schleicht - siehe verschärftes Staatsbürgerschaftsgesetz, rigide Integrationsvereinbarung oder umstrittene Saisonierregelung. J. O.


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