Hohle Flächen

Medien | Robert Misik | aus FALTER 09/07 vom 28.02.2007

ZEITSCHRIFT Ein hippes Stilbrevier für coole Erfolgsmenschen und flotte Bobos hätte "Vanity Fair" werden sollen. Nach drei Nummern ist die Zielgruppe enttäuscht. Die ist freilich die unmöglichste Zielgruppe, die es gibt.

Man kann natürlich sagen, die deutschsprachige Vanity Fair ist bloß ein neues buntes Blatt aus der Vogue-oder Park Avenue-Klasse. Mit dem Neunzigerjahr-Deutschstar Til Schweiger, mit Gisele Bündchen (Karl-Heinz Grasser gab's nur als Österreich-Mutation), mit der Hurley am Cover, mit Partytalk und altbacken freigestellten Bilderchen von Halbprominenten. Möglicherweise ein Geschäftserfolg, aber sonst nicht der Rede wert.

Man kann natürlich auch sagen, dass Vanity Fair-Chefredakteur Ulf Poschardt einer dieser faltenfreien Winnertypen ist, der so von sich gibt, was auch ein durchschnittlich einfältiger Pressesprecher eines Arbeitgeberverbandes von sich gibt: dass der bundesrepublikanische Wohlfahrtsstaat eine "Sozialidylle" ist, in der die "Bestrafung von Leistung"


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