Kunst der Montage

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 09/07 vom 28.02.2007

LITERATUR Sprachmissbrauch hat Folgen: der neue Dramoletteband von Antonio Fian.

Antonio Fian schreibt nicht viel, dafür aber oft. Seine Hauptbeschäftigung besteht im Verfertigen kurzer bis kürzester Stücke, die zuerst im Standard und anderen Periodika erscheinen, um dann alle paar Jahre einen Sammelband bei Droschl zu füllen. Unter dem Titel "Bohrende Fragen" (so hieß auch ein Fian-Abend 2004 im Volkstheater) liegt nun die vierte derartige Kompilation vor; das Buch enthält 78 Dramolette aus den vergangenen fünf Jahren (darunter vier, die erstmals im Falter veröffentlicht wurden).

Von ähnlichen Textsorten wie den Nikowitz-Sketches im profil unterscheiden sie sich fundamental. Zwar entstehen auch die meisten Fian-Kurzdramen aus gegebenem Anlass; aber sein Witz und seine Wut entzünden sich - da steht er ganz in der Tradition von Karl Kraus - fast ausschließlich an der Sprache, die er gegen den alltäglichen Missbrauch verteidigt. Fians Methode ist nicht die Parodie, sondern die


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