Aufgeblättert

Kultur | Martin Droschke | aus FALTER 09/07 vom 28.02.2007

Die gefühlte Chancenlosigkeit der Generation Praktikum, der sich die Berlinerin Marion Pfaus in ihrem Debüt "Aus den Memoiren einer Verblühenden" verschrieben hat, ist nicht unbedingt liebenswert. Sehr im Unterschied zu ihrer hyperlakonischen Auskunft über den Alltag einer alleinerziehenden Mutter aus poststudentischen Kreisen, der es Perspektive genug ist, wenn bei Bedarf ein Mann für sie abfällt und wenn immer ordentlich Wodka im Kühlschrank steht. Es fällt schwer, in wenigen Worten zu beschreiben, was diesen Roman so außergewöhnlich macht, denn dieses Buch ist ohne Vergleich. Pfaus hat einen federleichten literarischen Sound kreiert, ein sprachliches Ist-doch-egal-Prinzip. Die Depression der Protagonistin wird als Spaß am Leben interpretiert: das suchthafte Festhalten an der Süße des Bohemien-Dasein das Jammern über den eigenen Mangel an Bürgerlichkeit, die Unfähigkeit zur Beziehung, das ganze postpubertäre Zeug, das man dereinst in WG-Küchen bis zur Verspießerung


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