Nüchtern betrachtet

Ich gab den Nichtenschaukler

Kultur | aus FALTER 09/07 vom 28.02.2007

Weil ich für den Job des Witwenschüttlers nicht tough und nicht verkommen genug bin, gebe ich lieber den Nichtenschaukler. Mein jüngerer Bruder hat sich nämlich im fortgeschrittenen Alter doch noch für die Vaterschaft entschieden, und weil man da mit deren physischen Herausforderungen ja nicht mehr so ganz klaglos zurande kommt, war ich vergangenen Donnerstag zum Schaukeln geladen worden und habe prompt einen top job erledigt. An der schwer entschlüsselbaren, wohl zwischen Erleichterung, Dankbarkeit, Verlegenheit und Neid changierenden Mimik der Eltern vermeinte ich auch abzulesen, dass es den beiden noch nie gelungen war, ihr gut geschaukeltes Kind so in den Stubenwagen zu expedieren, dass danach 326 Sekunden am Stück Ruhe geherrscht hätte. Dass eine derartige Herausforderung an den älteren Brüdern nicht mehr ganz junger jüngerer Brüder keineswegs spurlos vorübergeht, steht auf einem anderen Blatt. Zuhause angekommen verfiel ich in Fieber-und Schüttelfrostkrämpfe (ein bisschen


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