Kunst Kurz

Kultur | Ulrich Tragatschnig | aus FALTER 10/07 vom 07.03.2007

Werner Reiterer, der erste gebürtige Grazer, dem das Kunsthaus Graz mit "Auge lutscht Welt" (bis 13.5.) eine Personale widmet, weiß unseren Begriff von Skulptur galgenhumorig zu erweitern. Reiterer kostet in Zeichnungen und aufwendig nach ihnen verfertigten Objekten aus, was Ich und Welt an Witz hergeben, werden sie nur lapidar betrachtet und als solche auf den Kopf gestellt, umgestülpt oder einfach wörtlich in die Pflicht genommen. Dem lebensgroßen Abguss seines eigenen Künstlerkörpers verlangt Reiterer dabei auch nicht wenig ab, wenn der flach ausgestreckt am Boden liegt und rhythmisch im Endlos-Loop seinen letzten Herzschlag tut oder, scheinbar gasgefüllt, an der Decke schwebt, um so an die "Anfänge der Raumfahrt" zu erinnern. Die rhetorisch dem vorangestellte Frage "Darf uns Kunst zum Lachen bringen?" wird nach Leibeskräften stets bejaht, wenn die dazu eingesetzten Pointen auch zumeist recht vordergründig sind. Wer sich an geeigneter Stelle darob und überhaupt lautstark exponieren möchte, wird das Kunsthaus erschöpft atmen hören. Das wiederum ist momentan recht hintersinnig.


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