Transit-Zone

Leselampen und Rausschmisse

Kultur | aus FALTER 10/07 vom 07.03.2007

Ressentiments sind Genussmittel. Prima Ware. Kosten kein Geld. Haben keine Kalorien. Manchmal sterben Menschen dran. Was macht sie so haltbar? Als wären sie Teil der Conditio humana. Ressentiments sind eine Art Stoßdämpfer für den Verstand. Sie ersparen einem, das näher kennen zu lernen, wovon sie zu handeln vorgeben.

Vielleicht, falls man es genau überprüfen möchte, würde ich ohne eine Grundausstattung davon gar nicht in der Welt sein wollen. Wer weiß? Vermutlich sind sie ein gefälliges Angebot, sich ab und zu erfrischende Augenblicke zu holen, die genau dann eintreten, wenn eine schlampige Annahme zerplatzt. Zum Beispiel: Dieser Tage saß ich mit einem Mann an dessen Küchentisch, der blickt auf rund vierzig Jahre Ehe zurück. Eine Dimension an Gemeinsamkeit, von der ich keine Ahnung hab'. Es gab einen Augenblick in unserem Gespräch, da äußerte der Mann eine Mutmaßung über seine Frau und sagte: "Vielleicht habe ich sie mir deshalb ausgesucht." Das schien mir zu gefällig,


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