Steirerbrauch

Stadtleben | aus FALTER 10/07 vom 07.03.2007

PFLANZEN II Wenn die Maria den Frühlingswolken zugschaut hat, die an ihrem Fenster vorbeizogen sind, hat sie manchmal der Mut verlassen. So weit oben! So flüchtig! So unaufhaltsam! Wie das Leben im Lesezirkel, hat sie dacht: die Fürstinnen, die Prinzessinnen, die Models, die Moderatorinnen, die Mütter und die Mauserln. So viel Glück, so viel Leid. Bevor sich die Maria ganz verloren hat, ist sie in den Hochwald gangen. Hat die dunklen Tannen geatmet, hat die Felsen gestreichelt, das Moos gekostet und ins Bacherl gelacht. Und auf ihrer Lieblingslichtung, ganz weit oben am Berg, wo die Dohlen wohnen, die Böcke fegen und die Bilche den Tag verschlafen, hat sie dann mit bloßen Händen tief in den Waldboden griffen. Hat sich ins kalte Loch gestellt, bis zu den Wadeln eingraben und auf den Regen gwartet.


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