Standpunkt

Macht es amtlich

Politik | aus FALTER 10/07 vom 07.03.2007

Hui, jetzt hat die ÖVP schon wieder bewiesen, wie wahnsinnig urban und liberal sie nicht ist - diesmal preschte man in Sachen "Homoehe" so was von vor. Okay, die Ehe für Lesben und Schwule spielt's auch bei der "neuen" Volkspartei nicht. Und eine eingetragene Partnerschaft am Standesamt darf es da auch nicht geben. Dafür könnten Homopaare ihre Geschäftsbeziehungen doch beim Notar abstempeln lassen. Der Koalitionspartner SPÖ hält dem einmal wieder nichts entgegen. Abgesehen davon, dass es eh schon möglich ist, partnerschaftliche Rechtsangelegenheiten notariell zu regeln - darum geht's doch gar nicht. Es geht um die Gleichstellung mit den Heteros, um staatliche Anerkennung der Beziehung zwischen zwei Menschen und letztlich auch um das, was ÖVP-Ministerin Andrea Kdolsky unlängst im Kurier salopp als "Brimborium" bezeichnet hat - die Symbolik. Man muss den standesamtlichen Pakt ja nicht Ehe nennen, man muss niemandem was wegnehmen, schon gar nicht den Traum in Weiß. Aber, wie fast überall in Europa, sollten auch in Österreich Lesben und Schwule endlich die Möglichkeit haben, ihre Liebe sichtbar zu machen. Oder erklären Sie doch einem heiratswilligen Heteropaar, dass das Standesamt leider geschlossen bleibt, aber dass sie gerne ein Notarbüro ihrer Wahl aufsuchen können. Diskriminierung? Genau das. C. W.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige