Kaufen und die Welt retten

Politik | Robert Misik | aus FALTER 10/07 vom 07.03.2007

KONSUMISMUS Sind Fairtrade und ökologisch bewusstes Shopping die Antwort auf Klimakatastrophe und Ungerechtigkeiten? Die Wirtschaft setzt jedenfalls längst auf Wachstumspotenziale der Moralmärkte.

Der Kapitalismus macht die Welt ungerechter, die Reichen reicher, die Armen ärmer, und obendrein noch das Ökosystem kaputt? Das Anreizsystem der Marktwirtschaft führt nur dazu, dass billiger und damit unökologischer produziert wird? Der Renditewahn zwingt zur Ausbeutung armer Bauern in der Dritten Welt? Das muss nicht so sein - diesen Eindruck gewinnt der aufmerksame Markt-und Nachrichtenbeobachter dieser Tage. Die Aufrufe häufen sich: Mit richtigem Konsum kann man sich nicht nur Schönes gönnen, sondern nebenbei auch die Welt retten.

"Leute, kauft Hybridautos von Toyota!", dieser griffige Marktschrei kam nicht aus der Marketingabteilung des Automobilkonzerns, sondern von der deutschen Grünen-Fraktionschefin Renate Künast. Ein Aufschrei der Empörung war die Folge: Künasts PR-Aktion


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