Streifenweise

Kultur | Michael Omasta, Maya Mckechneay | aus FALTER 10/07 vom 07.03.2007

Wie schnell ein Tag vergeht, / vor ein paar Stunden hab i in der Sonn' / no an Bacardi kippt mit SevenUp." 1986 projizierte Rainhard Fendrich in seinem Song "Malibu" den Alltagsüberdruss von Herrn und Frau Österreicher auf den kalifornischen Nobelort. Auf den ersten Blick hat "Malibu Song", der erste gemeinsame Dokumentarfilm der Salzburger Natalie Lettner und Werner Hanak, mit diesen Zeilen wenig zu tun. Und doch geht es auch hier um den kollektiven Versuch einer Weltflucht. "Malibu Song" porträtiert eine Hippiekommune, die sich am Hang von Topanga Beach bei Malibu gehalten hat und nun ausgerechnet einem Naturreservat, das der Staat an dieser Stelle plant, weichen soll. In langen Gesprächen in und vor ihren selbstgezimmerten Häusern kommen die Filmemacher den Bewohnern nahe, gelegentlich etwas zu nahe, denn eine differenzierte Haltung zu den Mythen, die der Kamera zugespielt werden, ist selten zu spüren. Dennoch: Der direkte und unprätentiöse Ansatz macht den Film sympathisch.

Die zweifelhafte Art und Weise, in der multinationale Fast-Food-Produzenten ihre Erzeugnisse unters Volk bringen, indem sie ganze Werbekampagnen gezielt auf Kleinkinder abstellen, ist nur eine der ungustiösen Facetten, die in "McLibel" thematisiert werden. Franny Armstrong dokumentiert in ihrem Film den jahrelangen Kampf von Helen Steel und Dave Morris, zwei Greenpeace-Aktivisten, die von McDonald's mit Klagen eingedeckt wurden, nachdem sie dessen Produkte mit Begriffen wie Junkfood, Tiermisshandlung, Umweltzerstörung sowie Kinderwerbung in Zusammenhang gebracht hatten. An der Produktion der angenehm kurzweilig gestalteten Dokumentation über diesen Prozess und seine weitreichenden Folgen, die 2004 sogar den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg beschäftigten, arbeitete kein Geringerer als der linke britische Filmemacher Ken Loach mit. Na dann, gesegnete Mahlzeit!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige