Wie spät ist es?

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 10/07 vom 07.03.2007

MUSIKTHEATER André Previns "A Streetcar Named Desire" gerät im Theater an der Wien erst ins Stocken, kriegt dann aber gerade noch die Kurve.

What time is it?", fragt Blanche DuBois und immer wieder, immer ungeduldiger: "What time is it?" Für die tragische Heldin in André Previns Oper "A Streetcar Named Desire" ("Endstation Sehnsucht") rinnen die Stunden da, zu Beginn des dritten und letzten Akts, gerade wie im Zeitraffer dahin; als Zuschauer möchte man eher aus dem gegenteiligen Grund mit einstimmen: Es ist zuletzt schon sehr zäh vorangegangen in Previns Vertonung des gleichnamigen, auch durch Elia Kazans Verfilmung mit Vivien Leigh und Marlon Brando (1951) bekannten Schauspiels von Tennessee Williams, die das Theater an der Wien in einer Neuproduktion neun Jahre nach der Uraufführung erstmals in Österreich präsentiert.

Doch dann kriegt Previn noch die Kurve. Im Finale seines Opernerstlings kann der routinierte Film-und Musicalkomponist, Jazzpianist und Arrangeur endlich jene Qualitäten


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige