"Von Duchamp bis Draxler"

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 10/07 vom 07.03.2007

KUNST Die Ausstellung "Shandyismus" in der Secession zelebriert die Lust an intellektueller Abschweifung. Dahinter steckt die Aufforderung, die Kontrolle über seine künstlerische Arbeit selbst in die Hand zu nehmen.

Ausstellungstitel sind so etwas wie die Wirtshausschilder des Ausstellungsbetriebs, und wenn eine Ausstellung "Shandyismus" heißt, hebt sie sich damit sowohl von Massenabspeisungen à la "Von Duchamp bis Baselitz" (die beide in der Schau vertreten sind) als auch von allzu hipper Begrifflichkeit ab: Statt spätfoucaultistischer "Gouvernementalität" oder Agamben'schem "Nacktem Leben" - zwei Projekttiteln des documenta-12-Leiters Roger Buergel, der letzten Montag in der Secession sein Zeitschriftenprojekt vorstellte (siehe auch Seite 20) - wird hier für eine Küche geworben, die auf Anhieb ähnlich altbacken wirkt wie die Rezepte in Alexandre Dumas' "Grand Dictionnaire de Cuisine" von 1870. Shandyismus klingt ähnlich wie Dandyismus, und tatsächlich: Das dandyeske Vertrauen


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