Fragen Sie Frau Andrea

Baba

Stadtleben | aus FALTER 10/07 vom 07.03.2007

Liebe Frau Andrea,

vergangene Woche hatten wir Besuch von deutschen Freundinnen. Dabei wurde an uns die Frage gerichtet, woher denn die Verabschiedungsformel "Baba" komme. Eine Weiterentwicklung des englischen "bye bye" haben wir ausgeschlossen und eine Nähe zum "Gaga" entschieden abgelehnt. Können Sie uns aus unserer Misere retten, damit diese Endlosdiskussion doch noch ein gutes Ende nimmt?

Mit lieben Grüßen,

Christina Eisenbacher, Internet

Liebe Christina,

die wienerische Grußformel wird stets auf der zweiten Silbe betont und weicher ausgesprochen als das französelnde Papa, mit dem Hofratswitwen und Josefstadtabonnentinnen ihren jeweiligen Vater bezeichnen. Vom englischen bye-bye stammt unser "Baba!" auch nicht ab, denn das kommt von good-bye (auf Wiedersehn). Good-bye wiederum ist eine Verballhornung der geschraubt klingenden altertümlichen Version "God be wy you" (Gott sei bei euch). Ihrer Misere darf ich insoferne keinen Ausgang anbieten, als ausgerechnet das urwienerisch Klingende "Baba!" aus Deutschland zu kommen scheint. Es ist die Verdoppelung des Ekelausrufs "Bäh!", der in der Form "Ba!" Eingang in die österreichische Babysprache oder genauer: in die Sprache gefunden hat, in der hierzulande mit Babys konversiert wird. Das verdoppelte Lallwort "Baba" für das Abwenden von ekelerregenden Dingen ist irgendwann zum Abschiedsgruß für Babys und Kindergartenkinder verkommen. Von da zum Bussi-Bussi-Verabschiedungsfloskerl war's nur mehr ein lauschiges Walzerschrittchen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige