Der Straßenaufarbeiter

Stadtleben | Martina Stemmer | aus FALTER 10/07 vom 07.03.2007

STADTMENSCH 6405 Wiener Geschichten: Historiker Peter Autengruber kennt jedes Gässchen der Stadt, gerade ist sein Lexikon der Wiener Straßennamen neu aufgelegt worden.

Seine schlimmsten Feinde sind Bürgermeister mit vermeintlich guten Ideen. Wenn Peter Autengruber, Seitenscheitel, dunkler Anzug, rote Krawatte, über Dorfregenten spricht, die Straßen nach jungen Skifahrern benennen lassen, vergisst er für einen kurzen Moment, dass er eigentlich ein sehr zurückhaltender Mensch ist. Dann schüttelt er den Kopf, erst langsam, dann schneller, rudert mit den Armen und ruft: "Das ist doch wirklich lächerlich!" Denn wer könne wissen, wie wichtig zum Beispiel Mario Matt, nach dem ein Platz in dessen Tiroler Heimatort Flirsch benannt wurde, in dreißig, vierzig Jahren noch sei? "In Wien wäre so etwas nicht möglich. Und das ist auch gut so." Um im Straßennetz der Bundeshauptstadt verewigt zu werden, muss man nämlich nicht nur besondere Verdienste um die Stadt vorweisen können, man muss


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige