Wo sind wir?

Ulrich Tragatschnig | Kultur | aus FALTER 11/07 vom 14.03.2007

KUNST Die aktuelle Ausstellung von Camera Austria zeigt, wie subjektiv fotografische Ortsbeschreibungen sein können.

Sie befinden sich hier" - die Worte liest man zumeist mit Erleichterung, bezeichnen sie doch für gewöhnlich jenen Punkt im sonst Exotischen, an dem man sich vor einer Karte dankbar anschickt, Orientierungslosigkeit gegen Plan zu tauschen. Sie sind damit gewissermaßen das sprachliche Äquivalent zum Fingerzeig, als dessen konservierte Form die Fotografie wiederum gerne gesehen wird. Orte zu beschreiben gehört überhaupt zu deren klassischsten Anwendungen, das Reisen via Bildpostkarte zu den kühnsten Abenteuern, wie etwa Walter Benjamin aus seiner Kindheit überliefert.

Als Ausdruck einer Ortsversicherung gehört der Titel der neuen Ausstellung von Camera Austria aber sicher zu den gemeinsten Überschriften einer Fotoausstellung. Denn es liegt genug Vermeintlichkeit auch im fotografischen Verbildlichen. Die Ausstellung, bestückt mit jungen Positionen, die schon in der

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