No Pussy Blues in Mitte

Kultur | Ernst Molden | aus FALTER 11/07 vom 14.03.2007

LITERATUR Thomas Brussig rennt in seiner "Berliner Orgie" ausdauernd, aber ergebnislos dem Thema Prostitution hinterher.

Mann oder Frau können Prostituierte und ihr Tun auf zwei Arten kennen lernen: Sie sind ihre Kunden oder sie sind ihre Freunde. Auch das publizierende Subjekt muss einen der beiden Wege gehen, denn für Ein-bisserl-Reden (und dann drüber schreiben) ist im kommunikativen Universum der Huren kein Platz. Geilt sich doch dann womöglich der Berichterstatter (mit Sicherheit aber seine Leserschaft) am Topos Strich auf, ohne dafür das geforderte Knödel abzulegen. So geht das nicht, und das ist eigentlich einzusehen. Überdies will die Prostituierte per se nicht in die Öffentlichkeit. Weder in die Nachricht, noch ins Feuilleton.

An diesen Umständen scheitern in unregelmäßigen Abständen Schreiber und Schreiberinnen. Diesmal hat es einen von ihnen in Berlin erwischt. Thomas Brussig, in erster Linie als Schöpfer der Romanvorlage zu Leander Haußmanns Film "Sonnenallee" bekannt


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