Dead in Japan

Kultur | Tex Rubinowitz | aus FALTER 11/07 vom 14.03.2007

LITERATUR Wie der russische Schriftsteller Dmitri Prigow das seltsamste Land der Welt besuchte und dort vollständig entrusst wurde.

Wer Japan besucht, bekommt augenblicklich eine drängende Lust, über die Eindrücke zu schreiben, "gleich nach der Ankunft ein ganzes Buch, einen ausführlichen, schlüssigen und alles erklärenden dicken Wälzer", wie Dmitri Prigow in seinem fröhlichen, gar nicht so dicken Buch "Moskau-Japan und zurück" es getan hat, um kurz darauf vor Ort resigniert festzustellen, dass einem bereits nach einem Jahr Aufenthalt allenfalls nur noch ein dürrer Artikel einfiele, der alles Notwendige erfasst, qualifiziert und systematisiert. Weshalb er sich auch beeilt, seine Eindrücke zu fixieren, bevor der schöpferische Elan versiegt und verkümmert ist, angesichts der auf ihn ohne Unterlass einprasselnden Bilder.

Prigows Bericht ist eine Art Vortrag, den er über das zweifellos fremdeste Land, das auf unserer Erde befestigt ist, seinen Freunden vom Moskauer Hinterhof hält.


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