Subversion durch Entleerung

Kultur | Isolde Charim | aus FALTER 11/07 vom 14.03.2007

JEAN BAUDRILLARD (1929-2007) Der postmoderne Theoretiker der Simulation erklärte die marxistische Kritik für obsolet und antizipierte den Kulturkapitalismus.

Wer in den Achtzigerjahren studierte, fand sich im drögen Fahrwasser von 68 wieder. Man hatte den "Kapital"-Lesekurs absolviert und das untrügliche Gefühl, alle Diskussionen dazu seien schon geführt worden. Alle Irrtümer schienen, mit Brecht gesprochen, verbraucht. In dieses Ambiente schlug Baudrillards Buch "Der symbolische Tausch und der Tod" (1982 auf Deutsch erschienen) ein. Hier war es gewissermaßen erwartet worden. Denn da war einer, der selber der 68er-Generation angehörte (1966 war Baudrillard Assistent an der Universität von Nanterre geworden) und uns Nachgeborene von der Last von 1968 befreite.

Er befreite uns von den Versprechungen, dass der Widerspruch zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen zur Befreiung führen würde. Und er befreite uns von der Vorstellung, diese Unlösbarkeit nötige uns, die


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