Nüchtern betrachtet

Beware of the Stock!

Kultur | aus FALTER 11/07 vom 14.03.2007

Da ich langsam in ein Alter komme, in dem man sich auf berufsmäßig betriebene Zeitgenossenschaft verlegen kann (als es Schichtarbeiterprogramm im Fernsehen gab und die Kinos nicht nach Popcorn rochen), möchte ich schnell noch mal ein paar Auslassungen zur unmittelbaren Gegenwart loswerden. Der gnädig ungenannt bleiben sollende Kollege, der seine Vierteljahrestüte fotzenfrei gestellter Frechheiten vergangenen Montag während der vormittäglichen Sitzung in fünf Minuten zügig leerte, versucht mich zwar seit Wochen als altersdementen Schrull hinzustellen, weil ich die menschheitstransformierende Kraft des virtuellen Kindergartens Second Life im Vergleich zu den Auswirkungen des eventuell doch stattfindenden Klimawandels für gering erachte; aber weil ich weiß, dass man sich aus der realen Welt des physischen Verfalls nicht ausklinkt, nur weil man sich im Internet gerade einen neuen Penis gekauft hat, verharre ich in einer gelassenen Form ständiger Notwehrbereitschaft. Als Nächstes

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