Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 11/07 vom 14.03.2007

Sex

Winterhalbschlaf Ich habe sonntags, wenn auch im Detail unausgereift, eine neue Trend-Kontakt-Methode entdeckt: Extrem-den-Leuten-im-Weg-Rumstehing. Und zwar in den Praterauen, wo sich, obwohl es offiziell Winter ist, die halbe Wiener Wohnbevölkerung sportiv gestylt - der Eduscho-Newsletter dürfte sich auszahlen - über die Hauptallee ergoss. Alles trabte, federte, wetzte dahin. Die Einzige, die zwischen Hatschen und Rasten schwankte, war ich. Verstört, wie eine Schildkröte, der man im Winterschlaf eine Trompetenfanfare in den Panzer bläst, trödelte ich durch die Serotoninsüchtler, versaute ihnen den Running Flow und tat, als ob ich derweil meinen Hund erziehen müsste. Damit nötigte ich auch einen schneidigen Iron-Man-Typ zum Abbremsen, der meinte: "Gengang S' von allein weiter, oder muss ich Sie auf an Kaffee einladen?" Während ich noch kurz grübelte, ob mir nach Koffein war, war er auch schon wieder weg. Irgendwann, sobald mein Hirn aus dem Winterschlaf erwacht, wird schlagfertig geantwortet. Aber zack!

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Na zu A Das eher unwürdige Gastspiel von Schoko Schachner bei 1860 München neigt sich dem Ende zu. Mit Saisonende wird sein Vertrag "einvernehmlich" aufgelöst. Abgesehen davon, dass der Job bei den 60ern wohl tatsächlich verdammt schwierig war, kommt Schachners Scheitern nicht wirklich überraschend. Es fällt auf, dass Trainer, die in Österreich als Meister ihres Fachs gelten, in Deutschland fast nie gute Figur machen. Erinnert sich noch jemand an Otto Baric' Zeit beim VfB Stuttgart? Oder an Kurt Jaras Wirken bei HSV und Kaiserslautern? Ernst Happel ist natürlich eine Ausnahme. Aber der begann seine Trainerkarriere im Ausland. Und Jogi Löw, der als eigentlicher Vater des deutschen WM-Wunders gilt. Aber der ist Deutscher und hatte in Österreich den Ruf eines Weicheis. Irgendwas läuft hier falsch.

WOLFGANG KRALICEK


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