Was ein Mann tun soll

Extra | Klaus Nüchtern | aus FALTER 12/07 vom 21.03.2007

HISTORISCHER ROMAN In Julian Barnes' "Arthur & George" spielt der Erfinder Sherlock Holmes' selbst Detektiv.

Schlägt man "Arthur & George" auf, denkt man vielleicht: "aha!" In schneller Folge wechseln mit "Arthur" und "George" überschriebene Kapitel, und Barnes-Leser werden mutmaßen, der Autor hätte sein bereits in Romanen wie "Darüber reden" und "Liebe usw." angewandtes Konzept des mehrstimmigen Erzählens wieder aufgegriffen. Man wird bei fortschreitender Lektüre freilich sehr bald merken, dass die Sache hier anders liegt: Erzählt wird in der dritten Person und im Stile eines auktorialen Erzählers, der auch durchaus interpretierend eingreift - und sei es durch sanften Sarkasmus, wenn zum Beispiel davon die Rede ist, dass dem Schulunterricht "durch emphatische Prügel" Nachdruck verliehen wird.

Wie in einem doppelten Entwicklungsroman werden auf diese Weise zwei Biografien von ihrem Beginn her entrollt: Hier der von Schottland nach England in die jesuitische Obhut verschickte Arthur


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