"Sie vertiertes Büffelgenick!"

Extra | Bernhard Fetz | aus FALTER 12/07 vom 21.03.2007

1930ER-JAHRE In dem Roman "Die Schiffbrüchigen" wirft der später als Essayist berühmt gewordene Jean Améry (1912-1978) einen schonungslosen Blick auf das Wien des aufkommenden (Austro-)Faschismus.

Die Schiffbrüchigen" gehören zu jenen Büchern, die man als ästhetisch fragwürdig charakterisieren muss, um sie gleichzeitig unbedingt zur Lektüre zu empfehlen. Denn dieses Buch des 23-jährigen Hans Mayer, 1912 in Wien geboren und bis zu seinem Freitod 1978 unter seinem französischen Namen Jean Améry einer der bedeutendsten Essayisten der Nachkriegszeit, ist ein außergewöhnliches literarisches Dokument.

Der Roman beginnt im Frühjahr 1933 mit Hitlers Machtergreifung, schildert die Februarkämpfe 1934 in Wien aus unmittelbarer Anschauung und wurde 1934/35 geschrieben. Die autobiografische Färbung ist wegen der engen Bindung an die Gegenwart des Schreibenden im Wien der 1930er-Jahre unverkennbar. Eugen Althager, wie Amérys Protagonist heißt, erlebt den immer manifester werdenden Antisemitismus,


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