Mehr Sex! Mehr Blut!

Extra | Klaus Kastberger | aus FALTER 12/07 vom 21.03.2007

(K)EIN ROMAN Anselm Glück treibt in seinem bisherigen Opus magnum ein furioses Spiel zwischen Fiktkion und Wirklichkeit und findet "Die Maske hinter dem Gesicht", das seinem eigenen auffällig ähnlich sieht.

Beginnen wir so: In einem späten Stück Ödön von Horváths treten zu Beginn alle Figuren mit griechischen Masken auf. Nach und nach entledigen sie sich ihrer, und es werden traurige Augen, verbitterte Gesichtszüge und trotzige Mienen sichtbar. Schließlich kommt die Hauptfigur an die Reihe; von ihr heißt es in einer Regieanweisung: "K.R. Thago nimmt langsam die Maske ab; er hat überhaupt kein Gesicht."

In Anselm Glücks neuem Buch kehren sich die Horváth'schen Verhältnisse um. "Die Maske hinter dem Gesicht" nennt sich der Band, der im Titel als "Roman" bezeichnet wird, aber schon der Klappentext weiß es besser: "Nur für den Fall, dass es der Kritik nicht auffallen sollte: Dieser Roman ist natürlich keiner. Das aber perfekt. Zwar gibt es Figuren, Schauplätze, Dramen - ein


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