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Extra | Martin Droschke | aus FALTER 12/07 vom 21.03.2007

AFRIKA Die Vernichtung von Leben durch Arbeit im Kongo um 1900 wollte niemand sehen. Eine Quellenanthologie dokumentiert den "weißen Fleck" der Kolonialherren.

Als der Schriftsteller Joseph Conrad neun Jahre alt war, so eine biografische Anekdote, strich er mit dem Finger über eine Karte von Afrika und beschloss, das in den 1860er-Jahren noch unbekannte, als weißer Fleck dargestellte Herz des Kontinents zu erforschen. 22 Jahre später fuhr er tatsächlich den Fluss Kongo hinauf und damit mitten hinein in das letzte, von Europäern für die ökonomische Ausbeutung erschlossene Gebiet, die teils als Privatbesitz, teils als Aktiengesellschaft geführte Kolonie des belgischen Königs Leopold II. Mit der Erzählung "Herz der Finsternis" verarbeitete Conrad literarisch die Ungeheuerlichkeiten, die er erlebt und gesehen hatte. So erfuhr die Welt erstmals von einem System der Vernichtung von Leben durch Arbeit, dessen Dimension erst vom Holocaust übertroffen werden sollte.

Die Herrschaft über


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