Neurologie

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Extra | aus FALTER 12/07 vom 21.03.2007

Wer sich für die Diskussion um den freien Willen interessiert, hat vermutlich schon einmal etwas vom sogenannten Bereitschaftspotenzial gehört. Dabei handelt es sich um ein elektrisches Signal im Gehirn, das Willkürbewegungen einleitet. Der US-Biologe Benjamin Libet wies in den 1980er-Jahren nach, dass es bereits Sekundenbruchteile auftritt, bevor wir eine bewusste Willensentscheidung treffen. Was mitunter als Beweis dafür angesehen wurde, dass der freie Wille nicht existiert. Eine Schlussfolgerung, die der Wiener Neurologe Lüder Deecke, einer der beiden Entdecker des Bereitschaftspotenzials, keineswegs teilt. Seine Sicht der Dinge, die er im März 2005 bei den Wiener Vorlesungen vorstellte, liegt nun in Buchform vor. Der Band zeigt unter anderem, wie es überhaupt zur Entdeckung des Bereitschaftspotenzials kam. So viel sei verraten: Es begann mit einem Mittagessen im Freiburger "Gasthaus zum Schwanen" und einer Plauderei über das menschliche Gehirn. R. C.

Jürgen Kritz und Lüder Deecke: Sinnorientiertes Wollen und Handeln zwischen Hirnphysiologie und kultureller Gestaltungsleistung. Wien 2007 (Picus). 96 S., Euro 7,90


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