Bankier schlägt Feldherr

Extra | Martin Lhotzky | aus FALTER 12/07 vom 21.03.2007

GESCHICHTE Die italienische Renaissance kann man auch als Familienwettbewerb sehen. Dabei schlugen sich die kunstsinnigen Medici erfolgreicher als die kriegslüsternen Borgias.

Was tut man mit seinen politischen Feinden? Cesare Borgia lockte zum Jahreswechsel 1502/03 abtrünnige Heerführer mit schönen Worten und falschen Versprechungen in eine Falle und ließ sie erdrosseln. Vor Ort in Senigallia: Niccolò Machiavelli. Der florentinische Sekretär war beeindruckt. Wer seine Ziele erreichen will, darf auch vor Heimtücke und Graumsamkeit nicht zurückschrecken und muss die sich bietende Gelegenheit beim Schopfe packen. Cesare Borgia wurde zum role model für Macchiavellis "Il principe", so etwas wie das Gründungsmanifest der modernen Realpolitik.

Wer aber war Cesare Borgia? Sein Vater ist der spanische Kardinal Rodrigo Borja bzw. Borgia, der unter dem Namen Alexander VI. 1492 Papst wird. Die Zeit des Pontifikats gilt es zu nutzen. Cesare wird zunächst selbst Kardinal, legt dann aber den


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