Im Frühling


Armin Thurnher
Vorwort | aus FALTER 12/07 vom 21.03.2007

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Über Sittenwandel, Klimawandel und ein paar andere zeitgenössische Erscheinungen.

Es ist Zeitenwandel. Allerhand Zeichen des Umbruchs werden sichtbar, man registriert sie, ehe man sie zu deuten weiß. Zum Beispiel habe ich bemerkt, dass in der Kosmetikwerbung nun auf einmal nackte Brüste gezeigt werden. Nicht, dass es ihr bisher an entblößten weiblichen Körpern gefehlt hätte, im Gegenteil. Aber Busen und primäre Geschlechtsmerkmale waren dort bisher tabu; allenfalls Hintern waren zu sehen. Nackte Haut gab es in Mengen, aber die Frauenkörper waren so stark weichgezeichnet und nachbearbeitet, dass sie eher Skulpturen glichen. Und nun: plötzlich makellose nackte Brüste, weder erotisch überzeichnet, noch schamhaft zurückgenommen. Mit einem Mal wirkt das Werbebild der hautgecremten Frau irgendwie nüchtern, kunstlos, entzaubert.

Was soll ich mit solchen Beobachtungen anfangen? Wie soll ich sie einordnen? Eines kann man immer sagen: die Zeiten ändern sich.

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