Viel Lärm um nichts?

Vorwort | Ferdinand Lacina | aus FALTER 12/07 vom 21.03.2007

KOMMENTAR Die Erbschaftssteuer beträgt weniger als ein Promille des Bruttoinlandsprodukts. Warum also die Diskussion?

In Österreich werden die Vermögen weniger belastet als in fast allen anderen Industrieländern. Vermögen effektiv mit Steuern zu belasten ist in Zeiten des liberalisierten Kapitalverkehrs und der Steueroasen auch nicht ganz einfach. Kapital ist ein recht flüchtiger Stoff, Grund und Boden sind recht greifbar. Aber nicht für die Steuerbehörden, denn seit Jahren ist das Dreifache des sogenannten Einheitswerts Berechnungsgrundlage von Erbschafts-und Schenkungssteuer und auch der Grundsteuer. Und die Einheitswerte sind Bruchteile des tatsächlichen (Verkehrs-) Wertes, der etwa beim Verkauf einer Eigentumswohnung oder Liegenschaft kassiert werden könnte.

Der Verfassungsgerichtshof hat die jetzige Form der Erbschaftssteuer deshalb als gleichheitswidrig erkannt, weil - vereinfacht gesagt - Grundstücke, Bargeld und Sparbücher recht unterschiedlich bewertet werden. Bei Kapitalanlagen,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige