Franz Xaver Kroetz

Kommunist Schimmerlos

Kultur | aus FALTER 12/07 vom 21.03.2007

Der 1946 in München geborene Franz Xaver Kroetz ist einer der wichtigsten deutschen Dramatiker der Nachkriegszeit. In den Siebzigerjahren galt er mit seinen harten sozial-realistischen Stücken ("Wildwechsel", "Stallerhof", "Wunschkonzert") als legitimer Erbe von Ödön von Horváth und Marieluise Fleißer; insgesamt hat Kroetz seit 1971 mehr als sechzig Stücke geschrieben. Sein politisches Engagement beschränkte sich aber nicht auf das Theater: Von 1972 bis 1980 war Kroetz Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), er kandidierte sogar für den deutschen Bundestag. Kroetz ist gelernter Schauspieler, studierte 1963/64 am Reinhardt-Seminar und wurde 1986 als Hauptdarsteller in Helmut Dietls satirischer TV-Serie "Kir Royal" berühmt, in der er den Münchner Klatschreporter Baby Schimmerlos spielte; nächstes Jahr soll in Berlin ein "Kir Royal"-Kinofilm gedreht werden.

1992 heiratete Kroetz die Schauspielerin Marie-Theres Relin, die Tochter von Maria Schell, mit der er drei Kinder hat. Das Paar verlegte seinen Lebensmittelpunkt nach Teneriffa, der Dramatiker Kroetz verschwand vorübergehend von der Bildfläche. Sein letzter großer Erfolg war "Der Drang" (1994), im Akademietheater wurde 1999 sein Kasperlstück "Die Eingeborene" uraufgeführt. Nach der Trennung von seiner Frau lebt Kroetz seit zwei Jahren wieder in München, wo er regelmäßig als Regisseur arbeitet. Theaterstücke möchte er keine mehr schreiben.


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