Besichtigung eines Mythos

Kultur | Jan Tabor | aus FALTER 12/07 vom 21.03.2007

ARCHITEKTUR Bernard Rudofsky (1905-1988) machte einst mit dem Begriff "Architektur ohne Architekten" Furore. Nun ist dem nach Südamerika und den USA ausgewanderten Mähren aus Wien eine wunderbare Schau gewidmet.

Es ist nicht bekannt, ob Vilém Flusser und Bernard Rudofsky einander je begegnet sind. Wäre dem so gewesen, dann hätten sie viele gemeinsame Interessen entdecken können. Was sie verband, war ein ähnlicher Blick auf alltägliche Dinge der Welt, eine kosmopolitische Neugier.

Gemeinsam war ihnen, dem Philosophen aus Böhmen und dem Architekten aus Mähren, die Vorliebe für das Banale und Beiläufige, auch das übersehene Raffinierte oder die raffinierte Einfachheit im unmittelbaren Leben der Menschen, wo auch immer auf der Welt. Wenn man an die Psychoanalyse von Sigmund Freud oder an die Musik von LeosÇ JanacÇek denkt, so kann man diese als Indiz dafür lesen, dass das Interesse an Spuren und Zeichen des Verborgenen eine böhmische Art des Sehens ist. Vielleicht hängt das


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