Nüchtern betrachtet

Schlichtheit ohne Scham

Kultur | aus FALTER 12/07 vom 21.03.2007

Momentan leide ich kulinarisch stark an einem Raffinessedefizit. Das heißt, ich leide gar nicht dran, es ist nur so, dass meine Bedürfnisse auf diesem Sektor stark dem Schlichten zuneigen. Damit habe ich aber meinen Frieden gemacht. Das muss man mit spätestens 38 Jahren (Mädchen: 36) erledigt haben. Meine Frau hat mir zum 38. Geburtstag einen mit Kreuzstichmustern bestickten Kopfpolster geschenkt, auf dem steht: "Du bist schlicht, schäm dich nicht!" Sofort habe ich diesen Spruch beherzigt. Das ist so leicht, wie mit dem Rauchen aufhören (für Nichtraucher!). In letzter Zeit will mir nicht einmal mehr etwas einfallen, was die Komplexität von Fleischlaberln, Spaghetti Bolognese oder Erdäpfelpuffern übersteigt, geschweige denn, dass ich es essen wollte. Bei den Kartoffelpuffern sind roher Knoblauch und gebratene Speckwürfelchen mit von der Partie - das geht dann eh schon verdächtig in Richtung 3-Gang-Menü! Erdäpfelpuffer sind übrigens das einzige Gericht, für das man eine Knoblauchpresse


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