Liebe Leserin, lieber Leser!

Vorwort | Klaus Nüchtern | aus FALTER 13/07 vom 28.03.2007

Wer braucht schon eine Uhr? Hat doch eh jeder ein Handy." So reden sie, die Typen, die Kaffee in Pappbechern ins Büro tragen, weil sie das mal im Kino gesehen haben. Denen sei hier mal gesteckt, dass Nach-dem-Handy-Angeln und es dann womöglich auch noch einschalten müssen, damit man sieht, wie spät es ist, zu den blödesten Gesten seit Erfindung des HipHop zählt. So was gibt es im Rotlichtmilieu nicht. Dort weiß man noch, was eine schwere goldene Uhr über ihren Träger aussagt. Matthias Bernold hat sich in einer extensiven Reportage mit den Machtkämpfen im Sexbusiness auseinandergesetzt und einem ehemaligen Gürtelkönig zugehört (siehe S. 8).

Auf-die-Armbanduhr-Schauen ist eine totale Okay-Geste, außer man hat gerade schwere Einkaufstaschen in beiden Händen (als Ersatz für eine Einkaufstasche kann man eventuell auch ein extrem quengeliges Kind oder einen an der Leine zerrenden Kackarschkampfhund setzen). In diesem Falle ist Auf-die-Armbanduhr-Schauen nicht ganz so cool, und


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