Karussell des Kapitals

Agnes Streissler | Vorwort | aus FALTER 13/07 vom 28.03.2007

KOMMENTAR I Der Fall Böhler-Uddeholm zeigt: Die öffentliche Hand soll ihr Eigentum nicht leichtfertig verschleudern.

"Katastrophe", "Überforderung", "Blödsinn" - der Ton unter den Politikern wird rauer und das Klima auch. Österreichische Firmen geraten in das Visier internationaler Finanzinvestoren: Sie sind relativ klein, sie sind erfolgreich, und die öffentliche Hand kann nicht mehr schützend eingreifen. Spät, viel zu spät wird der Ruf nach dem strategischen Investor laut. Und man fragt sich, wieso wurde denn da nicht schon früher etwas gemacht, die Entwicklung war doch absehbar.

Böhler-Uddeholm, ein weltweit führendes Edelstahl-und Werkstoffunternehmen mit einem aktuellen Marktwert von etwas unter vier Milliarden Euro, ist 1995 an die Börse gegangen. Die ÖIAG hielt aber nach wie vor Anteile in der Höhe von 25 Prozent. Die endgültige Privatisierung erfolgte 2003, indem die ÖIAG ihre Aktien über die Börse verkaufte. Der damalige zweitgrößte Aktionär, die BU Industrieholding

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