Presseschau

Medien | Gerald John | aus FALTER 13/07 vom 28.03.2007

"Ein Eisbär-Baby verzaubert die Medien": So untertitelte Österreich ein Foto des Berliner Jungbären Knut. Schöner Gedanke. Doch leider kann der knuddelige Winzling nicht wirklich zaubern, und so ist Österreich dieselbe Zeitung wie immer: jene mit der derzeit geschmacklosesten Bildsprache im Land. Für die Sonntagsausgabe griffen die Blattmacher wieder in eine tiefe Schublade, um den angeblichen "Aufstand der Autofahrer" gegen den höheren Benzinpreis zu schüren. Den Lesern streckten sich massenhaft Stinkefinger erboster Lenker entgegen. So unfreundlich ist Alfred Gusenbauer (im Blatt daneben abgebildet) natürlich nie, zumindest nicht öffentlich. Bei Journalisten genießt der Kanzler als Interviewpartner dennoch keine allzu große Beliebtheit, weil er auf kritische Fragen manchmal schnoddrig reagiert, viel öfter aber einfach nur ausweicht. Rache an der Branche, die ihn jahrelang runtergeschrieben hat? Wohl nicht. Die unverbrauchten Kollegen vom deutschen Spiegel haben Gusenbauer interviewt und beim Thema Innenpolitik auch nicht viel mehr als die üblichen Stehsätze serviert bekommen. Irgendwie beruhigend.


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