Betragen ungenügend

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 13/07 vom 28.03.2007

KUNST Pinsel und Politik: Die Waldheim-Affäre und die schwarze Pädagogik fließen in die sozialkritischen Bilder der Wiener Malerin Anita Fricek ein.

Machtstrukturen", "Institution", "Disziplinierung": Wenn in der heutigen Kunst solche Begriffe fallen, dann flimmert garantiert irgendwo ein Video oder es hängen Fotos an der Wand. Sozialkritik wird in allen möglichen Formen verarbeitet, selten aber im Medium der Malerei. Die seit einigen Jahren wieder boomende figurative Malerei bestätigt das Vorurteil, rückwärtsgewandt zu sein. Gefällige Romantik und Historismus führen die Hitlisten an, obwohl doch alles erlaubt scheint. Eine Ausnahme bildet die Wiener Künstlerin Anita Fricek: Sie benützt das vermeintlich so konservative Medium, um ideologiekritisch zu arbeiten.

Das Handwerk der Malerei hat die 39-jährige Künstlerin in Florenz und New York von der Pike auf gelernt. "Die Amerikaner haben einen vollkommen unbelasteten Blick auf die europäische Malereigeschichte", erzählt Fricek.


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