Aggressiv virtuos

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 13/07 vom 28.03.2007

FILM Der mexikanische Film "Battle in Heaven" mischt formale Bravour, Provokation und Männerweltschmerz zu einer zwiespältigen Kinoerfahrung.

Egal was Marcos tut, er wirkt immer deplatziert. Der massige Bauch, die schlaff herunterhängenden Arme und der trübe Dackelblick, festgenagelt in frontalen Einstellungen, geben seiner Erscheinung etwa Ungelenkes: So, als wäre dem bulligen Privatchauffeur seine bloße Anwesenheit unangenehm. Das kann man ihm nicht verdenken, bei dem Film, in dem er sich befindet: Carlos Reygadas' "Battala en el Cielo" (auf gut englisch: "Battle in Heaven") ist eine demonstrativ tabu-und gelegentlich trostlose Fleisch-und Seelenbeschau des aktuellen Mexico City, getaucht in ostentativ kaltes Laborlicht und umhüllt vom Nimbus des Existenziellen. Das hört sich prätentiös an und ist auf perverse Weise einerseits noch nerviger, als man sich das vorstellt - und andererseits erstaunlich ansehnlich.

Erzählte Reygadas in seinem Langfilmdebüt "Japón" (2002) von der

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