Streifenweise

J. Schätz / K. Nüchtern | Kultur | aus FALTER 13/07 vom 28.03.2007

Auf Deutsch bedeutet "Jeune Homme" junger Mann, aber eher geht es in dieser Schweizer Erfolgskomödie um den sensiblen, gepflegten, haushaltskompetenten Neuen Mann: Sebastian, Deutschschweizer im Maturaalter, verbringt ein Jahr als Au-pair bei einer frankophonen Genfer Bürgerfamilie und handelt sich damit die meisten hochgezogenen Augenbrauen ein, seit Ben Stiller in "Meet the Parents" eine "männliche Krankenschwester" gab. Zwischen unvermeidlicher Demütigungskomik und formelhafter Dramaturgie kann Vorzeigemännchen Sebastian soziale Intelligenz entwickeln und Kochkünste beweisen, sein knackiger Metrokörper wird zum Lustobjekt reifer Frauen und Nacktmodell einer Künstlerin. Damit die Konfusion ja nie überhand nimmt, wird sein (hetero-)sexuelles Erwachen betont burschikos und deftig ausbuchstabiert, mit Zelt unter der Decke und Kamasutra unterm Bett. So revisionistisch kann eine Geschlechterkonzeption gar nicht sein, dass sie sich nicht im biederen Einerlei eines Schweizer Lustspiels

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