Fragen Sie Frau Andrea

Sperenzchen

Stadtleben | aus FALTER 13/07 vom 28.03.2007

Liebe Frau Andrea,

schon wieder stehe ich vor einem vermeintlich unlösbaren Problem, das mir unsere allumfassende Internet-Bildungs-Müllhalde (Wikipedia, Google und die Anverwandtschaft) nicht beantworten kann. Woher kommt eigentlich dieses feine kleine Wort "Spärenzchen"? Mit der Bitte, mit diesen eigenartigen Spärenzchen endlich Schluss zu machen, verbleibe ich höflichst,

Markus Knopp,

PeP Promotion & Hospitality

Lieber Markus,

Sperenzchen, die Kobolde unter den Umständen, tauchen immer in Grüppchen auf. Von der Begegnung mit einem alleinstehenden Sperenzchen oder gar einer ausgewachsenen Sperenzie ist in der Literatur wenig bekannt. Mit diesem Text sollte Google bald weder Sperenzien noch Sperenzchen mehr mit Sperenzchen und Sperenzien machen. Dieses Problem hätten wir gelöst. Das Wort selbst ist eine volksetymologische Anlehnung an "sich sperren", sich "zieren". Unerwarteterweise kommen unsere Sperenzchen aber von keinen wie immer gearteten Unwillensbekundungen, sondern vom lateinischen "sperantia" - Hoffnung. Etwas gespreizt erweitert der wissenschaftliche Rat der Dudenredaktion diese Erkenntnis um die Formel, dies sei "die Hoffnung, dass das Sichzieren Wirkung habe". Okay. Wie eine kleine Hoffnung sich zu einer Abwehr auf das Gewünschte auswachsen kann, verschweigen die dicken Bücher. Bei jedem Sperenzchen schwingt allerdings immer ein Spärenzchen mit, die spärliche Hoffnung nämlich, man könnte sich das Sehnen sparen.


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