Stadtrand

Stationbranding

Stadtleben | aus FALTER 13/07 vom 28.03.2007

Die Wiener Linien haben eine komplette U-Bahn-Station verkauft. Also nicht wirklich verkauft, eher vermietet. An das Modefachgeschäft H&M nämlich, wo sich die berühmte Musikerin Madonna ein Taschengeld als, äh, Designerin verdient. Deshalb schaut jetzt auch die U3-Station Neubaugasse aus wie das Jugendzimmer eines irren Madonna-Fans: Überall blickt einen die Dame böse an. Nein, an dieser Stelle wollen wir nicht wissen, was H&M dafür zahlen musste. Aber wir wollten trotzdem anfragen, ob diese Art stationsausfüllender Werbelandschaft jetzt öfters vorkommen wird. "Stationbranding" nennt die Werbewirtschaft übrigens das Bekleben von Wänden, Stiegenaufgängen und Bodenflächen. Ummantelung von Säulen, interaktive Elemente und Soundinstallationen sind übrigens ebenfalls möglich. Ebenso wie das Aufstellen betreuter Kioske. Hilfe! Ist es nicht unheimlich, wie Reklame die Stadt überzieht? Werden bald auch U-Bahnen beklebt? Irgendwie ist es wie beim Privat-TV: Wenn die Öffis nicht gebührenfinanziert, aber dafür gratis wären, hätten wir gegen Werbung nichts einzuwenden. C. W.


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