Das Schweigen der Halle

Stadtleben | Florian Skrabal | aus FALTER 13/07 vom 28.03.2007

NAHVERSORGUNG Noch wetzen die Fleischer ihre Messer in Wiens größter überdachter Markthalle im dritten Bezirk. Mit Jahresende müssen sie aber raus. Ihr langer Abschied hat begonnen.

Ein paar Meter unter der Erde rollen Köpfe. Auf vier mal sechs Metern zerteilen zwei Männer in weißen Mänteln Fleisch. In den Katakomben der Markthalle Wien-Mitte filetiert man bei kühlen vier Grad Raumtemperatur Schweine. Ohne Unterlass und mit viel Routine jagen die Fleischhauer Sägen und Messer durch Haut und Knochen der geschlachteten Tiere. Hinter schweren Plastikstreifen und einer Flügeltüre, die den Raum vom restlichen Keller der Markthalle abtrennen, erledigen Stani und sein polnischer Landsmann Arbeit, die den Marktbesuchern, zwei Etagen weiter oben, besser verborgen bleibt. Hier wird das Grobe erledigt; großes totes Fleisch in kleinere Portionen verarbeitet. In der Metzgersprache ausgedrückt: Es wird zerfällt.

Gerade mal 39 Sekunden braucht Stani, um die Knochen einer Schweinsschulter


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