Standpunkt

Tribun baut Tribüne

Politik | aus FALTER 14/07 vom 04.04.2007

Der Pleitegeier kreist gerne über Kärnten. In diesem Land, in dem Millionengräber wie die Seebühne oder die Fluglinie Styrian Spirit Steuergeld verschlucken, verwundert es nicht weiter, dass auch der einzige namhafte Fußballklub aus dem letzten Loch pfeift. Doch nun hat Landeshauptmann Jörg Haider eine Idee, um den maroden FC Kärnten zu retten: Er will einen weitaus erfolgreicheren Klub aus Oberösterreich umvolken (um einen alten FPÖ-Begriff zu verwenden). Der Plan: Der FC Kärnten übernimmt Lizenz und Spieler des Linzer Vororteklubs FC Superfund, dessen Mäzen amtsmüde ist. Die Klagenfurter sind saniert und können obendrein in der Bundesliga spielen, was sie auf sportlichem Weg die nächsten Jahre nie schaffen würden. Die Aktion hat auch eine politische Dimension. Wenn er nicht gerade Ortstafeln abmontiert, gibt Haider am liebsten den Volkstribun, der von Event zu Event tingelt - nicht bloß Nebenprodukt, sondern Substanz seiner Politik. Mit dem EM-Stadion in Klagenfurt bekommt der Landesfürst nun ein neue Arena, viel prächtiger als der Beachvolleyballplatz im Strandbad. Fehlt nur noch der passende Verein, um die Massen zu locken. Dass kein Steuergeld in den Coup fließen werde, ist eine Halbwahrheit. Als Sponsor soll sich vor allem der Energieversorger Kelag spendabel zeigen. Und an dem ist das Land Kärnten maßgeblich beteiligt. G. J.


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