Sexualstraftäter erzählen

"Ich wollte Angst machen"

Politik | aus FALTER 14/07 vom 04.04.2007

Am 6. April 2006 ist es genau ein Jahr her, dass er wieder in Freiheit ist. Fast elf Jahre war Josef Oberegger, 45, (Name von der Redaktion geändert) im Gefängnis, weil er ein kleines Mädchen missbraucht hat. Heute lebt Oberegger in einer dreißig Quadratmeter großen Sozialwohnung in Wien. Mit Möbeln, die er großteils selbst angefertigt hat. Zu seinen Brüdern hat der kleine, schlanke Mann keinen Kontakt, was er bedauert. Die Jobsuche gestaltet sich schwierig. Einmal pro Woche muss er zum Therapeuten, einmal im Monat zur Psychiaterin und alle 14 Tage zum Bewährungshelfer. Herr Oberegger hätte gerne wieder eine Freundin und möchte "ein normaler, anständiger Mensch werden. Ich kann etwas und ich kann noch lernen. Wenn ich in der U-Bahn ein Kind lachen sehe, dann denk ich mir, es ist glücklich und soll weiter glücklich bleiben. Sollte das anders werden, und ich verspüre etwas, dann bin ich so weit, zum Therapeuten zu gehen, um ihm zu sagen: Da ist ein Problem.

Ich bin in einem


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