Ohren auf!

Mingus, Ah Ähm

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 14/07 vom 04.04.2007

Von allen Schlüsselfiguren des modernen Jazz war Charles Mingus (1922-1979) eine der schillerndsten: Der Bassist, der in den 50er-Jahren mit fast allen Bebop-Größen zusammengespielt hatte, versammelte im Laufe seiner Karriere eine große Zahl unterschiedlicher Bands um sich, deren Mitglieder er mit seiner Leidenschaft, seinen Launen, mitunter gar seinen Fäusten traktierte, um ihnen auf diese Weise einige der aufregendsten Aufnahmen abzutrotzen, die der Jazz kennt.

Ein Dokument der erratischen Umgangsformen des Bandleaders ist nun erstmals auf CD erschienen: "At UCLA 1965" (2 CDs, Universal) deutet schon am Cover die dramatischen Umstände an, unter denen diese Musik gespielt bzw. eben nicht gespielt wurde: Das Album enthält "Music Written for Monterey 1965", die beim genannten Festival von Monterey nicht zur Aufführung gelangte, weil Mingus seine Band nach drei Nummern wieder von der Bühne führte. Beim vorliegenden Konzert schickte er nach dem elegischen, tubadurchpulsten, von Arco-Glissandos


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