Streng, aber gerecht

Sebastian Fasthuber | Kultur | aus FALTER 14/07 vom 04.04.2007

MUSIK Trent Reznor alias Nine Inch Nails ist der König des Endzeitentertainments. Letzte Woche gab er in Wien zwei Konzerte und stellte sein neues Album "Year Zero" vor.

Verhörlampen flackern über die Bühne, der brachiale Sound wird am nächsten Tag noch in den Ohren klingeln. Keine Frage, wir bewegen uns an diesem Abend im Gasometer in endzeitlichen Zusammenhängen. "God is dead", skandiert der Einpeitscher auf der Bühne. Nietzsche wusste es schon vor 120 Jahren, Trent Reznor, dieser Phil Spector aus der Eisenwarenhandlung, hat es 1994 auf seinem epochalen Album "The Downward Spiral" über einer irrwitzigen wall of sound wiederholt und ein Wiedersehen in der Hölle in Aussicht gestellt - so es eine solche gibt.

Eines wird an diesem Abend auch klar: Die Musik von Reznor, dem alleinigen Herren über die Nine Inch Nails (kurz: NIN), ist nicht wirklich für die Livedarbietung gemacht. Die überwiegend schwarz gekleidete Kundschaft goutiert die energische Performance der Tourband zwar, aber

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