Auch Spaß muss sein

Kultur | Andreas Dallinger | aus FALTER 14/07 vom 04.04.2007

OPER Die Volksoper überzeugt mit der unorthodoxen Kombination von Orff und Ravel, die Staatsoper begeistert mit Donizettis "La Fille du régiment".

In der Volksoper wird Ravels "Die spanische Stunde" etwas willkürlich mit Orffs "Die Kluge" kombiniert. Eine ironische Menschenbetrachtung zieht sich durch beide Werke. Bei Ravel verspielt, entlang der Absurdität; bei Orff holzschnittartig, mit derben Spruchweisheiten. Ravel hat die Geschichte der notgeilen Uhrmachersgattin, die Befriedigung bei einem schwärmerischen Dichter und einem reichen, aber sonst armseligen Bankier vergeblich sucht und schließlich in den Armen des kraftstrotzenden Maultiertreibers findet, zu einer hintergründigen Partitur voller Anspielungen und ironischer Kommentare inspiriert. Aniara Amos setzt sie mit detailreichem Witz pointiert in Szene. Orff verpackt das Märchen von der klugen Bauerstochter, die den tyrannischen König mit List zur Liebe führt, in seine effektbewusste, über weite Strecken krachlederne Musik.


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