Mahmud W. bin Hitler

Joachim Schätz | Kultur | aus FALTER 14/07 vom 04.04.2007

FILM Kryptofaschismus in Kupferbraun: Die computerglacierte Comicverfilmung "300" zelebriert stählerne Kriegerkörper und lockt ins Deutungsdelirium.

Die spinnen, die Spartaner: "Genießt euer Frühstück, denn heute Abend speisen wir in der Hölle!", brüllt der König seinen treuen Mannen zu. Euphorisch grölen die Killermaschinen zurück und marschieren in den ehrenvollen Tod. Freund und Feind werden in "300" (Regie: Zack Snyder) nicht müde, die kriegsbesessenen Spartaner für verrückt zu erklären, aber diese fassen das als Kompliment auf. Der Film auch: Der Männlichkeitsirrsinn um Blut, Boden und Kriegerehre fährt einem in "300" so unverblümt und undistanziert mit dem Arsch ins Gesicht, dass jede spitzfindig argumentierte Ideologiekritik daran abprallt wie die Pfeile der Perser an den Spartanerschilden.

Die Handlung, frei nach den historischen Ereignissen der Thermopylenschlacht um 480 vor Christus und minutiös nach Comic-Künstler Frank Millers Bearbeitung derselben: Die Perser,

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